Planetarische Nebel

Planetarische Nebel zählen mit zu den beeindruckendsten Objekten am Himmel mit einer Fülle verschiedenster Formen. Das Spektrum geht dabei von einfachen, kugelförmigen Blasen über Doppel- und Dreifachhüllen bis hin zu irregulären Erscheinungsbildern. Wie entstehen nun diese leuchtenden Nebel?
Bedingung für die Bildung ist zunächst ein Roter Riese im Endstadium seiner Lebensphase. Bis dahin umgibt er sich bereits durch ständigen Masseverlust (Sternwind) mit einer expandierenden Gashülle. Diese Hülle ist innen viel dichter als außen, weil mit zunehmenden Alter die Leuchtkraft des Sterns und damit sein Masseverlust ansteigt. Irgendwann hat der Riesenstern durch die Energie des Wasserstoffschalenbrennens seine komplette Hülle abgestoßen.
Da dem Reststerns das "Brennmaterial" ausgeht, zieht die Gravitation ihn zusammen und seine Temperatur steigt weiter an. Ab etwa 30 000 K wird soviel UV- Strahlung freigesetzt, daß die Gaswolke ihre "Beleuchtung" einschaltet (die Gaswolke absorbiert die vom Zentralsternausgehende Strahlung), es ist ein Planetarischer Nebel entstanden. Diesen kann man nun für vielleicht 50 000 Jahre bis 100 000 Jahre bewundern. Schließlich wird er so verdünnt sein, dass man das vom Gas emittierte Licht nicht mehr beobachten kann. Übrig bleibt nur ein sich langsam abkühlender Weißer Zwerg.


Im Sternbild Vulpecula (Füchschen) findet man den Planetarischen Nebel M 27,
genannt Dumbbell- Nebel. Er entstand vor etwa 3000 bis 4000 Jahren.

Sein Zentralstern ist ein blauweißer Zwerg mit einer Oberflächentemperatur
von 85 000 K. Der Nebel ist etwa 1200 Lichtjahre entfernt
und der erste überhaupt entdeckte Planetarische Nebel.


Der Eskimo-Nebel NGC 2392


Der wohl berühmteste Planetarische Nebel ist der Ringnebel M 57 (NGC 6720) im Sternbild Leier.
Der Nebel hat einen Durchmesser von etwa einem Lichtjahr und ist 2000 Lichtjahre entfernt. Die
blauen Farben zeigen heißes Helium an, grün ionisierten Sauerstoff und rot ionisierten Stickstoff.
Das Gas leuchtet, weil der Zentralstern sehr intensive UV-Strahlung emittiert. Er selbst hat eine Oberflächentemperatur von 120 000 K.


Der planetarische Nebel NGC 6543


Der planetarische Nebel NGC 6751


Im Sternbild Cygnus (Schwan) findet man den Planetarischen Nebel NGC 7027. In rund
3000 Lichtjahren Entfernung zeigt uns dieses Beispiel nochmals sehr deutlich,
welches Schicksal auch unserer Sonne eines Tages bevorsteht.
Auch dieser Stern hat sich, nachdem er sich zuvor zum Roten Riesen aufblähte, nun der
"überschüssigen" Materie entledigt. Übrig geblieben ist ein Weißer Zwerg (heller Fleck
nahe der Bildmitte), der durch die enorme UV- Strahlung seine ehemalige Hülle zum Leuchten anregt.


Der Spirograph-Nebel