Davidsbrunnen

Der Davidsbrunnen wurde 1927 im vorderen Teil des Kulmbacher Stadtparks ("Auf der Draht") aufgestellt. Bis zu diesem Zeitpunkt befand sich dort ein Springbrunnen, der 1894 errichtet worden war.
Den Davidsbrunnen entworfen hatte der in Kulmbach aufgewachsene Bildhauer Carl August Bachmann während seiner Tätigkeit an der Münchner Kunstakademie. Die überlebensgroße Skulptur wurde nicht nur im berühmten "Glaspalast" ausgestellt, sondern erhielt mit der "Silbernen Medaille" (1916) und dem "Rompreis" (1918/19) die höchsten Akademiepreise.
Bachmanns Wunsch, die Stadt Kulmbach würde den David als Kriegerdenkmal ankaufen, scheiterte an der Mehrheit des Stadtrates. Das heutige Kriegerdenkmal wurde erst 1930 nach dem Entwurf von Johannes Sailer erstellt.
Zwei Jahre nach dem frühen Tod des Künstlers (1924) bekam die Stadt Kulmbach die Davidfigur vom Kultusministerium geschenkt. Bürgermeister Dr. Hans Hacker enthüllte sie am 24. April 1927 feierlich als "Ehrenmal für die im Weltkrieg gefallenen Söhne".

 

Entwurf der Davidsfigur
durch C. A. Bachmann
Die fertige Davidfigur

 

Einige Kulmbacher Nationalsozialisten konnten jedoch das Motiv des siegreichen "Judenjungen David" im Kampf gegen Goliath mit ihrem "Rasse"-Verständnis nicht vereinbaren: Im Oktober 1934 wurde der "David" erstmals vom Sockel gestoßen. Die gauamtliche "Bayerische Ostmark" spielte den Vorgang als "Lausbubenstreich" herunter. Zwei Monate später wurde die Bronzefigur von einem Angestellten der Stadt Kulmbach und einigen Kursteilnehmern der NS-Landesführerschule auf der Plassenburg so schwer beschädigt, dass sie über Monate nicht mehr aufgestellt werden konnte. Im Vorfeld der "Reichskristallnacht" wurde die Standfigur endgültig demoliert und zusammen mit der Brunnenfassung im städtischen Bauhof aufbewahrt, bevor sie zu Beginn des Krieges in die Schmelzöfen wanderte. Die bis 1945 im Depot der Plassenburg eingelagerten Gussformen der Bronzefigur wurden von sog. Fremdarbeitern zerschlagen.

 

Postkarte mit Davidsbrunnen
um 1930

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